Julius Kapp in seiner 1913 mit Benutzung des Nachlasses geschriebenen P.-Biographie
(Schuster & Loeffler, Berlin - Leipzig 1913) begnügt sich mit einer summarischen Aufzählung der Werke und verliert
kaum ein Wort über sein Gitarrenspiel. Ähnlich geschieht es bei Andreas Moser in dessen „Geschichte des Violinspiels",
während W. J. v. Wasielewski („Die Violine und ihre Meister", Leipzig, Breitkopf & Härtel, 1904) sich
zu folgendem Erguß versteigt: „Kaum aber hatte er mit günstigem Erfolg seine Virtuosenlaufbahn begonnen, so warf
er das bisher mit aufopfernder Hingebung kultivierte Instrument plötzlich beiseite. War es eine natürliche Reaktion
seiner maßlos übertriebenen Exerzitien, die ihn dazu trieb oder einer jener unvermittelten Sprünge, zu denen exzentrische
Charaktere so leicht hinneigen. Wer mag es heute noch zu ergründen! Genug, Paganini bemächtigte sich der Gitarre, jenes
prosaischen Instrumentes, das er mit ebenso großer Virtuosität gehandhabt haben soll wie die Violine, und trieb daneben
auf dem Landsitz einer Dame, die seine Neigung fesselte, agronomische Studien. Mit diesem Zeitvertreib brachte er vier Jahre hin"
usw. Diese und ähnliche Fehlurteile sind vielleicht dadurch zu erklären, daß P.s Biographen meistens Geiger waren,
die mit der Gitarre nichts anzufangen wußten.
1) Alte Gitarrenmusik für Violine und Gitarre, herausgegeben von E. Schwarz-Reiflingen (enthält
Scherzo mit Variationen), Magdeburg, Heinrichshofen; Leichte Spielmusik für Violine und Gitarre (E. Schwarz -Reif lingen),
Leipzig, Anton J. Benjamin; , Die Gitarre", Jahrg. .IV, Nr. 10/11 (in beiden Sonaten aus op. 2 und 3).
2) Nach seinem Tode erschienen mit Begleitung der Gitarre 1851 bei Schoenberger, Paris: 60 Variationen über das Lied „Barucaba"
und „Variation! di bravura sopra un tema originale". (Die Violinstimme des letzten Werkes erschien auch als Nr. 24
seiner „24 Capricen" op. 1.
3) F. J. Fetis: Notices biographiques sur N. P. Paris 1851.
4) J. Kapp: Paganini, 8. 152ff. Schuster & Loeffler. Berlin-Leipzig 1913.
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